CHRISTIANSö

Eine winzige Festung kämpft gegen England...!


Wir schreiben das Jahr des Herrn 1808. In Europa tobt der Krieg!



Die Briten und ihre Verbündeten kämpfen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den agressiv expandierenden Napoleon Bonaparte. Auf seine Verkündung einer Kontinentalsperre reagiert England u.a. mit der Bombardierung Kopenhagens (1807). Es gelingt den Briten im Anschluß fast die gesamte Kriegs- und Handelsflotte der Dänen zu rauben und damit die eigene Vorherrschaft auf der Ostsee zu sichern. Doch eine winzige Insel, leistet erbitterten Widerstand !


Die mit 600 Mann übervoll besetzte Festung Christiansö ist immer wieder Ausgangspunkt für Beutezüge davongekommener dänischer Kaperschiffe und damit ein Dorn im Auge der englisch-schwedischen Allianz. Am 24. Oktober steht deshalb ein britischer Flottenverband mit 8 Fregatten vor den Festungsmauern. Zuerst sehen die überraschten Wachen nur kleine Rauchschwaden aus den Schiffsrümpfen aufsteigen. Sekunden später hören sie das Donnern der Kanonen und schon prasseln die ersten Geschosse mit ohrenbetäubendem Lärm auf sie nieder.


Der Inselkommandant Johann von Kohl läßt die eigenen Kanonen unverzüglich antworten. Doch vergebens...! Nur wenige Meter vor den feindlichen Schiffen schäumt die See im Kugelhagel. Die Engländer befinden sich außerhalb der Reichweite dänischer Geschütze.
Im nun folgenden englischen Preischießen werden zehn Menschen schwerverletzt, sieben sterben, darunter sechs schwedische Kriegsgefangene. Sie befinden sich im Lille Tarn, dem weithin sichtbaren Ziel der englischen Kanoniere. Auch Johann von Kohl wird schwerverletzt und muß sich auf einen entfernten Hügel tragen lassen, um die hoffnungslose Lage weiter zu beobachten.

Wenn du wissen willst,
wie es auf Christiansö
heute
aussieht,
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Der Lille Tarn dient zu dieser Zeit als Gefängnis. Im weiteren Verlauf der ungleichen Schlacht wird der Turm
schwer in Mitleidenschaft gezogen. Doch die Dänen haben Glück im Unglück: nach vier Stunden
Bombardement ziehen die Engländer wieder ab.
Dies war der größte Angriff den die Inselfestung jemals erleben sollte.

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Halt,halt! Eine kleine Geschichte gibt es noch:
Noch im Englandkrieg sollte die Seefestung Christiansö wieder instandgesetzt, ja sogar ausgebaut werden.
200 Kopenhagener Marinesoldaten wurden dafür abkommandiert, doch bereits nach kurzer Zeit kam es
zu einer Meuterei und eben diese Soldaten flüchteten von der Insel, um zu den Schweden überzulaufen.
(War wohl zu eng geworden auf dem Viertel eines Quadratkilometers!(Anm. d. Verf.))

Literatur:
"Richtig Reisen, Bornholm", 
c 1988 Du Mont Buchverlag,
3. Auflage 1991 

"dtv-Atlas zur Weltgeschichte", 
Band 2 (Von der Französischen 
Revoltution bis zur Gegenwart)
12. Auflage 1977, 
dtv-Verlag GmbH & Co. KG, München

"Der Große Polyglott, 
Skandinavien Reiseführer", 
15. Auflage 90/91, 
Polyglott Verlag, München

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